Bürsten.
Das ist der unspektakulärste Einstieg, den man in eine Biografie machen kann. Und genau deshalb erzähle ich ihn.
Irgendwann konnten wir das, was wir brauchten, mit vorhandenen Maschinen nicht mehr sinnvoll herstellen. Also haben wir angefangen, eigene zu entwickeln. Gebaut hat sie ein externer Maschinenbauer nach unseren Vorgaben. Das war der Punkt, an dem aus einem Fertigungsbetrieb etwas anderes wurde. Wir haben nicht mehr nur produziert, wir haben entworfen, was produziert.
Diese Erfahrung hat mich mehr geprägt als alles andere. Wer einmal eine Maschine entwickelt hat, denkt danach anders über jedes System nach. Man fragt nicht mehr, wie man schneller arbeitet. Man fragt, was man baut, damit die Arbeit von allein besser läuft.
22 Jahre Produktion
Ich habe einen Betrieb für technische Bürsten geführt. Das ist ein Markt, in dem niemand über dich schreibt und in dem der Kunde nur eines wissen will: ob geliefert wird und ob die Qualität stimmt.
Ich habe den Betrieb mit 48 verkauft. Das war keine Notlage und kein Ausstieg aus Erschöpfung, sondern eine Entscheidung. Was danach kam, war ungewohnt. Ich hatte zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren keine Struktur mehr, die von außen vorgegeben war.
Dann kamen die vier Jahre im Weltreisemobil, und danach die Frage, was jetzt kommt. Die habe ich mir länger gestellt, als es von außen aussah.
Der Verkauf 2020
Warum
ausgerechnet das hier
Als ich mir dieses Geschäftsmodell zum ersten Mal genauer angesehen habe, war meine Reaktion dieselbe, die viele haben. Skepsis. Ich habe dann getan, was ich immer tue: den Mechanismus auseinandergenommen und geschaut, ob er trägt.
Was mich überzeugt hat, war nicht in erster Linie das Produkt oder die Aussicht auf Einkommen. Beides ist da, und beides ist gut. Überzeugt hat mich etwas anderes: dass man hier ein System aufbauen kann, das irgendwann ohne die eigene tägliche Anwesenheit funktioniert. Das ist derselbe Gedanke wie damals bei der Maschine.
Was mich stört, ist die Art, wie diese Branche über sich selbst spricht. Daran arbeite ich, jedenfalls in meinem eigenen Umfeld.