Im letzten Beitrag habe ich geschrieben, dass im Saal immer jemand sitzt, der denkt: Das könnte ich nie.
Oft meint dieser Gedanke einen ganz bestimmten Moment. Das erste Gespräch. Die Sorge, jemanden zu überrumpeln. Oder selbst überrumpelt zu werden.
Heute erzähle ich dir von meinem ersten Gespräch. Es war ein voller Erfolg. Und genau das war das Problem.
Voller Begeisterung
Mein erster wirklicher Kontakt war ein alter Bekannter aus früheren Zeiten. Ich war so begeistert von den Produkten und von dem, was wir gerade aufbauten, dass ich kaum zu bremsen war.
Ich habe erzählt und erzählt. Über die Produkte, über das Business, über alles, was mich selbst so begeistert hat.
Er hat sich eingeschrieben und wollte mit uns arbeiten. Heute weiß ich: Ich habe ihm kaum Raum gelassen, selbst zu entscheiden.
Perfekt wollte ich es machen
Wir standen damals selbst noch ganz am Anfang. Und ich wollte alles richtig machen.
Also kamen Zooms. WhatsApp-Gruppen. Dieses Tool und jenes Tool. Informationen über Informationen.
Ich wollte es perfekt machen. Und habe es dadurch kompliziert gemacht.
Woran ich es gemerkt habe
Irgendwann hat er sich nicht mehr von selbst gemeldet. Ich war es, die angerufen hat. Ich war es, die geschrieben hat.
Knapp ein Jahr hat er uns begleitet. Dann hat er aufgehört. Es war ihm zu viel, und es passte nicht in seinen Alltag.
Erst enttäuscht, dann ehrlich
Im ersten Moment war ich enttäuscht. Nicht wütend, aber enttäuscht.
Dann habe ich getan, was ich immer tue: Ich habe mich hinterfragt. Warum ist er gegangen?
Die ehrliche Antwort lag bei mir. Ich hatte ihn mit meiner Begeisterung überrollt.
Was ich heute anders mache
Heute gebe ich Menschen viel mehr Raum.
Ich stelle Fragen. Ich höre zu. Und aus dem Zuhören erkenne ich, wie dieser Mensch arbeiten möchte. Nicht, wie ich es mir vorstelle.
Wer heute mit uns startet, den nehmen wir an die Hand. Schritt für Schritt, im eigenen Tempo. So, dass es ins eigene Leben passt. Und nicht in unsere Vorstellungen.
Was ich dir mitgeben möchte
Wenn du Angst vor dem ersten Gespräch hast, dann vielleicht, weil du so etwas schon einmal erlebt hast. Von der anderen Seite.
Ein gutes Gespräch braucht keine perfekten Worte. Es braucht gute Fragen. Und jemanden, der wirklich zuhört.
Das musste ich auch erst lernen.
Herzlich,
Melanie